"Lufthansa seven-three-seven .... Russia two-one-nine ... "
Jeden morgen um 5 Uhr schalte ich alltags in der Küche das vor vielen Jahren in einer bekannten Supermarktkette preiswert erworbene Radio ein, um während des Frühstücks die letzte Stunde des ARD-Nachtkonzertes zu hören. Nicht eine Satellitenschüssel und nicht ein Glasfaserkabel bringen die Klänge in das kleine Plastikgerät, sondern eine bewegliche Teleskopantenne, die zu meinem Leidwesen auch den Funkverkehr der zahllosen Flugzeuge auffängt, welche in zehn Kilometern Höhe über das meine Küche nächtlich einkuschelnde kleine Städtchen hinwegziehen. Alle paar Takte wird Ravels Klavierkonzert oder Goreckis Streichquartett mit monotonem, englischsprachigem Zahlenwerk angereichert - dreimal so laut wie das Fortissimo eines jeden Schlussakkordes.
Nur einmal freute ich mich über dieses Störfeuer. Zwischen all den gewohnten morgendlichen Männerstimmen in meiner Küche war eines morgens überraschend eine Frauenstimme zu hören. Auch ihre Funksprüche gehörten zweifellos zu den Flugzeugen hoch über mir. Ob sie nun Pilotin, Navigatorin oder Fluglotsin war: Jedenfalls beendete sie - anders als die Männerstimmen, die nicht mal (wie man das aus Spielfilmen kennt) ihre Funksprüche mit einem "Over" abschlossen -, jeden ihrer Funksprüche mit einem fast schon singendem "Bye!" Und plötzlich war da in der kalten, technischen Kommunikation zwischen meinem Ravel, Toast und Kaffee so etwas Warmes, Menschliches.... Doch das sei nur am Rande erwähnt.
oh ja es gibt sie, diese that just made my day momente..... :) danke für die schöne geschichte :)
AntwortenLöschenHeute war wieder eine Frauenstimme dabei. Ich war perplex, denn ihren englischsprachigen Funkspruch beendete sie mit "Tschühüß!"
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