Donnerstag, 22. September 2011

Wahrnehmungskorrekturen

Eigentlich dachte der Mentionist, dass der Kauf von Bioprodukten heute recht gängig und Veganismus mittlerweile eine bereits relativ breite Bewegung sei. Doch nach den letzten offiziellen Zahlen, die ihm begegneten, beträgt hierzulande der Anteil der Bioprodukte gerade mal 3,1 % und der Anteil an Veganern in der Bevölkerung weniger als 0,1 %.

Dank des Internets ist es leicht geworden, mit Menschen gleichen Interesses in Kontakt zu treten. Auf Dauer birgt das offenbar die Gefahr, in eine verzerrte Perspektive hinsichtlich der Anzahl der Personen gleichen Interesses zu geraten. Zum Glück hilft auch da das Internet, die Perspektive wieder gerade zu rücken.

Aber auch das sei nur am Rande erwähnt.

5 Kommentar(e) erwähnt:

  1. ich möchte noch etwas beitragen, aus meiner nicht-veganen perspektive......manchmal habe auch ich das gefühl dass es sehr viele veganer gibt, aber das liegt nur daran dass die begegnungen mit ihnen fast ausnahmslos mit schockmomenten verbunden sind. nicht dass hier missverständnisse aufkommen, ich habe höchste achtung vor dem ess- und konsumverhalten veganer menschen, aber interessanterweise kenne ich nur veganer, die entweder den ganzen tag schockvideos von getöteten tieren auf blogs, facebook oder in sonstigen netzwerken posten, oder die die nahrungsaufnahme als solche permanent thematisieren - und das immer latent oder direkt vorwurfsvoll und provokativ. insofern fühlt sich in der tat jede begegnung mit einem veganer für mich "unvergesslich" an - was dazu beiträgt dass mir die gruppe vegan lebender menschen subjektiv auch immer viel grösser vorkommt als sie de facto ist. man könnte auch sagen: die wenigen haben eine ziemlich laute stimme.

    AntwortenLöschen
  2. "Auf Dauer birgt das offenbar die Gefahr, in eine verzerrte Perspektive hinsichtlich der Anzahl der Personen gleichen Interesses zu geraten." Auch die "Blogfreundschaften" werden in der Bedeutung/Tragweite oft enorm überschätzt. Die meisten Blogs haben vielleicht 2, 3 Dutzend regelmässige Leser und ein paar verstörte, verirrte Gugler, die meist niemehr wiederkommen (weil's kein Freibier gibt?). Wieviel Leute nutzen aber täglich das Internet? Eben, unendlich viele, die nie und nimmer unsere tollen Blogs lesen. Bloggen ist in aller Regel Ghetto-Arbeit für eine winzige Gemeinschaft. Die einem dann aber am Herzen liegt...

    AntwortenLöschen
  3. Liebe Giannina,

    nun, den ganzen Tag werden sie es vermutlich nicht tun. Aber für die meisten Veganer ist es wohl ein wichtiges Thema, da es ja mehr ist als nur ein Essverhalten. Es geht sie zutiefst an.

    Sie versuchen halt, die Leute wachzurütteln. So wie einst die Schwarzen gegen den Rassismus und die Frauen gegen Sexismus auf die Straße gingen, gehen sie halt gegen den Speziesismus auf die (auch virtuelle) Straße. Und da an moralphilosophischen Argumenten wohl die Mehrheit vorbeiliest, Worte fast immer ungehört verhallen, kramen sie eben die unmittelbarste emotionale Ansprache der Bilder hervor, und hier insbesondere das Paradoxon des vermeintlich Schockierenden, das realiter Alltag ist.

    Oder um es mit den Worten des unvergleichlichen Hermman van Veen zu sagen:

    Für stocktaube Ohren
    reicht ein 100-Watt-Verstärker
    nicht aus, um zu hören
    dass jemand in Not ist...


    Ja, sie sind laut. Aber wer, wenn man mal ehrlich ist, hört sie schon?

    Liebe Grüße an dich.

    AntwortenLöschen
  4. Da war ein m zuviel in des Poeten Namen...
    Und noch der link zum Zitat:
    Bis jemand mich hört

    Lieber Tom,

    das sehe ich genauso. Aber dann und wann trifft man dann beim Stöbern doch auf etwas Neues, was inspirieren kann...

    Liebe Grüße an dich.

    AntwortenLöschen
  5. ich wollte auch nicht bewerten oder diskutieren dass sie laut sind. von solchen diskussionen halte ich mich fern. ich wollte nur begründen warum auch mein subjektiver eindruck gänzlich anders ist - ich hätte weit mehr veganer (prozentual) erwartet als diese statistik vermuten lässt. das erstaunt mich.

    AntwortenLöschen