Das Licht hat bis heute seine Bedeutung in den Religionen der Welt behalten. Man denke an religiöse Lichterfeste, wie Chanukka (das jüdische Lichterfest) oder Diwali (das hinduistische Lichterfest). Für die Christen ist Christus das Licht der Welt, die Esoterik hat ihre Lichtarbeiter und Kinder des Lichts, der Buddhismus spricht von Erleuchtung, im Koran wird Allah "der Erleuchtende [/das Licht] von den Himmeln und der Erde" genannt (Sure 24 "Das Licht", 35), usw. usf.
Foto: Noah 2009
Die kultische Verehrung des Lichts mag erklärbar sein mit bis zu unseren frühen Vorfahren reichenden, uralten Wurzeln. Licht und Wärme der Sonne, ihre Bestimmbarkeit über das Jahr hinweg und ihre wetterbedingte Unberechenbarkeit über kürzere Zeiträume war vor allem für die Anfänge des Ackerbaus und damit verbunden für die Entstehung kultisch-religiöser Zuordnungen in archaisch-magisch-animistischem Bewusstsein von entscheidender Bedeutung.
Doch auch anderen "Lichterscheinungen" wird vielfach eine spirituelle Dimension verliehen. Man denke an das "göttliche Licht am Ende des Tunnels" bei einer Nahtodeserfahrung, oder an das in Meditationserfahrungen einfließende Licht durch das "Dritte Auge" - das hell-sichtige Organ der Wahrnehmung, das Symbol der Erleuchtung, welches auch im Koran ("Man kann nur mit dem 'Basiret' das Licht sehen, das Gott dir gibt") und im Neuen Testament der Bibel ("erleuchtetes Auge des Herzens", Epheser 1, 18) beschrieben wird, und in den mystischen Traditionen eine besondere Bedeutung hat.
Sogar der Teufel hat Sehnsucht nach Licht und Wärme. So zündet er sich in seinem Zuhause ein gemütliches Feuerchen an. An manchen kalten Tagen würde der Mentionist gerne zur Hölle fahren. Aber irgendwie kann er das nicht mit seinem Gewissen vereinbaren, denn dieses Höllenfeuer hat bestimmt einen recht hohen, klimaschädlichen CO2-Ausstoß. Vielleicht ist ja der Teufel sogar für den gesamten Klimawandel verantwortlich. Doch das sei nur am Rande erwähnt.

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