Sonntag, 26. Februar 2012

Wertewandel

Märtyrer = Auto mit 5 Türen

Edit 28.02.12: Manche Posts sind vielleicht doch etwas zu knapp, um zu erkennen, dass der Mentionist damit überhaupt etwas sagen möchte... Hier fragte er sich, ob nicht doch etwas viel verloren geht, wenn manche Menschen bei Begriffen mit langer kultureller Geschichte heutzutage zunächst an ganz andere Dinge denken, oder gar die Begriffe nicht kennen...

Sonntag, 8. Januar 2012

Ankunft mit dem Dreizehnuhrfünfzug

Seit dreiunddreißig Jahren wohne ich nun schon - mit Ausnahme der Zeit meines Studiums - hier im hohen Norden der Republik. Erst jetzt stellt sich zum ersten mal so etwas wie ein Gefühl von Heimat in mir ein. Das ist für mich etwas Neues. Wie angekommen zu sein nach einer langen Reise. Auf der anderen Seite taucht gleichzeitig Sorge auf. Immer bin ich - so weit es eben ging - gerne gereist, und überall, wo ich mich wohl fühlte, war ich irgendwie auch zu Hause. Nun schleicht eine leise Sorge in meinem Hinterkopf herum, die Freude am Unterwegssein in diesem riesigen Haus könnte abnehmen. Und mit ihr schlendert eine zweite Sorge umher, mein geistiger Horizont könnte nun (noch) enger werden. Doch das ist wie immer nur am Rande erwähnt.

Samstag, 31. Dezember 2011

Das Schwingen der Unruh

Vom 17. Mai bis 16. Mai ist ein Jahr.
Vom 1. November bis zum 31. Oktober ist ein Jahr.
Jeden Tag ist ein Jahr vergangen.

Was ist am 31. Dezember anders?

Es ist ein synchroner Gedanke.

Gelänge das doch nur öfter.


Noch am Rande erwähnt: Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich ein Jahr des Friedens!

Sonntag, 25. Dezember 2011

Opa hat Geburtstag

Heute wäre mein Großvater 130 Jahre alt geworden. Die Erzählungen über ihn kannte ich ja schon, aber gestern abend sah ich zum ersten mal die zu diesen Geschichten und die zu diesem Menschen gehörenden amtlichen Dokumente, angefangen vom Taufschein seiner Großeltern aus dem Jahre 1804...

Im ersten Weltkrieg als Regimentsschreiber reich dekoriert, wurde er ein aufrechter preußischer Beamter. Im "Dritten Reich" hatte er sich öffentlich gegen Hitler und die NSDAP geäußert, wurde verhaftet und kam in ein Konzentrationslager. Der Aussage des Landrates in den Papieren konnte ich entnehmen, dass er anlässlich einer Amnestie zu Hitlers fünfzigstem Geburtstag wieder frei kam. Doch von den gesundheitlichen Folgen der Inhaftierung erholte er sich zeit seines Lebens nicht mehr. Dennoch hielt er auch in der jungen DDR wieder nicht seinen Mund, und musste erneut mit seiner Familie in einer Nacht- und Nebelaktion in den Westen fliehen...

Wie gerne hätte ich ihn kennengelernt, seinen Geschichten zugehört, vom Leben vor dem ersten Weltkrieg, seiner Zeit als von den Alliierten eingesetzter Bürgermeister, von der Vertreibung aus Schlesien und der großen Flucht, von der Hungersnot, von der Armut, weil die BRD ihm keinen Pensionsanspruch zugestehen wollte, ... Doch er starb einige Jahre vor meiner Geburt.

Ich trage übrigens seinen Namen: Stefan. Es muss in den frühen 1930er Jahren gewesen sein, als in irgendeinem amtlichen Vorgang sein Name einmal in der Schreibweise "Stephan" vermerkt wurde. Und da das preußische Beamtentum niemals irrt, musste es bei dieser Schreibweise bleiben. So steht noch heute auf seinem Grabstein Großvaters Name anders als in seinem Taufschein... Doch das sei nur am Rande erwähnt.

Sonntag, 11. Dezember 2011

Adventssingen



Weit bekannt, und doch - weil es so schön ist - zur Weihnachtszeit* noch mal am Rande erwähnt.

*Man beachte den Ort der Darbietung.

Sonntag, 4. Dezember 2011

Zeit der Erwartung

Man kennt ja solche Geschichten: Wenn Jesus Christus heute nochmal geboren würde ... Mehr als die Jahre zuvor leuchten und blinken in der ganzen Stadt grell die lasvegasbunten Adventslichter ... Er wäre ein predigender Obdachloser in der Großstadt ... Was schenkst du denn? ... Man würde ihn in die Psychatrie einweisen ... Du backst doch auch etwas zum Adventskaffee? ... Aber nein, denke ich. Er würde in einer entlegenen Provinz Chinas geboren ... Ein Auto rast vorbei, hinter der Windschutzscheibe blinkt ein Miniweihnachtsbaum ... oder in Ostafrika ... Warum kommst du Donnerstag nicht zur Weihnachtsfeier? ... und wäre schon im Alter von einem Jahr an medizinischer Unterversorgung gestorben ... Nächste Woche kommst du mit zum Weihnachtsmarkt, keine Widerrede, Glühwein trinken ... oder verhungert ... Willst du eine Lichterkette für deinen Vorgarten? ... Gottes Sohn war zurück. Und keiner hat's gemerkt ... Hier hast du ein Adventsgesteck für dein Büro ... Vielleicht ja auch als Namenloser in Syrien ermordet ... Vielleicht verreise ich spontan über die Feiertage ... Kann man sicher nachher im Morgenblatt lesen ... Ok, aber du musst mir schon jetzt sagen, ob du Weihnachten spontan weg bist; ich muss doch das Essen planen ... Ein junger Mann mit Weihnachtsmannmütze rempelt die Leute an und grölt ...

Aus dem Stockdunkel des Schlossparks klingt der Gesang eines Vogels zu mir herüber, der sich in der Jahreszeit vertan hat.

Mittwoch, 30. November 2011

Chronosophie

"Du musst nur die Vergangenheit loslassen,
und ganz im Moment leben"
sagte der Weise
zu dem unter einer PTBS Leidenden,
den das sehr glücklich machte,
bevor er sich das Leben nahm.

Doch das sei - trotz eines Zeitmangels* - nur zwischendurch am Rande erwähnt.

*Mangelerscheinungen, sagt man, seien bei Veganern ja an der Tagesordnung. Quod erat demonstrandum.